Folgen häuslicher Gewalt

Gewalt verletzt Körper und Psyche. Schon innerhalb der Partnerschaft reagieren die Frauen oft psychosomatisch. Sie entwickeln u.a. chronische Beschwerden, die keine physischen Ursachen haben (z.B. Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Darmstörungen u.a.). Depressionen (innerer Rückzug), Selbstverletzendes Verhalten, Essstörungen sind Symptome, die einen (meist unbewussten) Lösungsversuch darstellen. Suchterkrankungen (Medikamente, Alkohol, etc.) können auftreten und suizidale Krisen eintreten. Die Frauen leben in ständiger Wachsamkeit und Angstzuständen. Meist erst einige Zeit nach den körperlichen Verletzungen und oft auch erst nach Trennung vom Partner kann eine Posttraumatische Belastungsstörung auftreten (PTBS), insbesondere bei sehr schwerer oder sich wiederholender Traumatisierung.

Symptome einer PTBS/komplexe PTBS

  • Körperliche Symptome
    • Herzrasen, Atemnot, Beklemmungen
    • Unruhe, Schlaflosigkeit
    • Übersteigerte Wachsamkeit
    • Reizbarkeit oder Wutausbrüche
    • Konzentrationsschwierigkeiten
    • Schmerzzustände ohne med. Befund
    • Taubheits- und Starreempfinden
  • Psychische Symptome (die eine Nähe zum Trauma herstellen)
    • Flashbacks (blitzartiges Erinnern; ausgelöst durch Schlüsselreize die mit dem Trauma in Verbindung stehen)
    • Albträume
    • Panikattacken
    • Zwanghaftes Verhalten
    • Ständiges Erinnern
    • Illusionen, Halluzinationen Depressionen
  • Symptome im Verhalten (die eine Nähe zum Trauma verhindern)
    • Vermeidung von Triggern (z.b. bestimmte Orte, Tätigkeiten, Situationen)
    • Soziale Isolation
    • Emotionale Empfindungslosigkeit
    • Alkohol-, Drogen-, Medikamentenmissbrauch
    • Essstörungen
    • Selbstverletzendes Verhalten
    • Dissoziative Phänomene (z.B. Amnesien; Multiplepersönlichkeitsstörung; “hinter einen Schleier” abdriften – die gegenwärtige Situation emotional/mental zu verlassen).